Stinkender Estrich - giftig ?

  • Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe in meiner Mietwohnung einen Raum, der nach kurzer Zeit mit geschlossenen Türen und Fenstern stark riecht, in etwa nach Kleintierkäfig, Staub, beißend muffig. Nun habe ich an einer Ecke den Teppichboden gelöst, um zu sehen was darunter ist. Der Teppichboden ist durch einen pattex-farbigen Kleber mit einer knapp 0,5 cm starken Estrichschicht verklebt. Diese Estrichschicht, in der geschlossenen Hand gehalten, riecht sehr unangenehm staubig, ölig, chemisch. Obendrein scheint sie Asbestfasern zu enthalten, da die Beschaffenheit sehr an Eternit erinnert. Was raten Sie mir diesbezüglich zu unternehmen? Wäre eine Probenanalyse ratsam? Mit freundlichem Gruß

    Soweit was ich an ein Umweltinstitut geschrieben habe, dann brauch ich's nicht nochmal zu beschreiben.

    Kennt sich hier vielleicht jemand mit der Materie aus? Wäre für jeden Rat dankbar, möchte nämlich Klicklaminat verlegen und weiß jetzt nicht weiter.

  • Guten Abend,

    ich könnte mir denke was es ist. Diese ca. 5 mm "Estrich-Schicht" ist der Fliesspachtel, der aufgebracht wurde, das ist völlig richtig.
    Es liegt mit Sicherheit am Kleber, entweder gibt der Kleber Gerücke ab, oder es wurde vor deiner Zeit ein Alter verklebter Teppich entfernt, der Untergrung dann nicht mehr grundiert und gespachtelt, sondern man ist dann direkt mit dem neuen Kleber drauf gegangen. Sehr häufig kommt es dann zu chemische Reaktionen, sprich Geruchsbildung. Man könnte somit sagen, das in deiner Wohnung ist auf grund der Sachlage "normal" und nur der Vorbesitzer oder die ensprechenede Verlege-Firma kann da sagen wie verlegt wurde.
    Wenn dem so ist, muß der Boden raus, grundieren und spachteln, dann kann ein Neuer rein.
    Leider ist eine Fachgerechte Verlegung nicht immer erwünscht, denn immer geht es um das liebe Geld, aber oft kommt es dann wieder zurück....ich bin mir sicher, wenn das eine Fachfirma verlegt hat, würde sie drauf hingewiesen, und der Vermieter hat aus Kostengründen drauf verzichtet....

    Würde mich sehr freuen, was draus geworden ist. Wenn der "Fall" geklärt ist, kannst du ja eine kurze Rückinf geben.

  • Hallo, Tom, habe noch mal nachgeschaut. Du hast recht mit dem Fließspachtel!
    Es sind wohl noch unter dem Fließspachtel Reste von früherem Kleber, hier schwarz und beige, möglicherweise schwarzer Kleber und beige Teppichreste.
    Darunter ist erst der Estrich, eindeutig.
    Mit dem Fließspachtel verklebt (wohl einfach draufgelegt als der noch nicht ganz trockern war) ist eine mehrere Millimeter starke Gummiplatte mit kreuz -und quer verspannten Kordeln, fast so wie der Boden eines Teppichs. Ziemlich verhärtet das Zeug.
    Darauf ist mit dem pattexatigen Kleber der Teppich geklebt. Also ein richtiger Gift-Cocktail, wenn ich mich nicht täusche..
    Danke für die Antwort!

  • schönen guten tag,
    das es sich dabei um asbestfasern handeln könnte, würde ich ausschließen. asbestprodukte, ob schwach gebundene Asbestplatten oder Asbestzementplatten (Eternit), wurden überwiegend im bereich brandschutz eingebaut, sprich über all dort wo brandschutzanforderungen zum tragen gekommen sind (Asbestprodukte zeichnen sich durch ihre extreme Hitzebeständigkeit und Widerstandsfähigkeit aus). neben Baumaterialien und Dämmstoffen ist dieses produkt auch in Blumenkästen, Aschenbechern oder Minigolf-Anlagen wieder zu finden. gern ist es in der ehemaligen DDR verbaut worden. die frage die man sich auch stellen muss, wie jung ihre behausung ist? denn in Deutschland ist schwach gebundener Asbest seit 1980 und fest gebundener seit 1988 verboten. Seit Anfang der 90er Jahre darf Asbest nicht mehr hergestellt oder verarbeitet werden (seit 93 komplett verboten). alles danach ist unbedenklich! um aber ganz sicher zu gehen kann man natürlich eine probenanalyse unter einem rasterelektronenmikroskop (REM-Verfahren) durch ein akkreditierungsinstitut vollziehen lassen. kosten für eine probeanalyse pendeln sich je institut bei €100,- (für materialproben) und € 150,- (für staubproben) ein. kostenaufwendig aber sinnvoll, denn die gefahren die sich daraus ergeben können sind fatal (stark krebserregend).

    hoffe ich bin jetzt nicht zu ausführlich auf das thema asbest einegangen aber das thema asbest wird leider gern unter den tisch gekehrt und ist nicht mehr so present in den köpfen wie vor 20 jahren aber immer noch außerordentlich gefährlich!!!

  • Wie finde ich so ein akkreditierungsinstitut in der nähe von Frankfurt?
    Habe ein glaube ich sehr stark belastetes Dach und unser Hausbesitzer will nichts machen.